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Schneyder ist kein nörgelnder Meckerer. Der ist
er nie gewesen. Er kritisiert nicht, um des
bloßen Kritisieren willens. Alles ist belegt.
Der Kabarettist kennt seine Pappenheimer. Er hat
seine Hausaufgaben gemacht. Schneyder analysiert
das nach dem Scheitern des falschen Sozialismus
übriggebliebene System des Kapitalismus samt
seiner Auswüchse und Auswirkungen auf die
Gesellschaft sachlich-haarscharf und
argumentiert bis aufs letzte Komma einleuchtend
genau. Auf diese Weise trifft er stets ins
Schwarze. Jede Pointe sitzt.
Warum, so fragt Werner Schneyder zu Anfang
seines Programms, hab’ ich
es nötig, noch als wohlhabender Kabarett-Rentner
aufzutreten? Er beantwortet diese Frage im
Anschluss daran gleich umfassend selbst. Ganz
einfach, indem er sein Programm spielt, dessen
Titel zugleich ein ernstgemeintes Bekenntnis
Schneyders ist: Ich bin konservativ.
Nicht erschrecken, es stimmt! Schließlich
bedeutet das lateinische conservativus
“bewahrend” und conservare meint “konservieren”,
“bewahren”. Bewahren helfen will Schneyder da
wohl in der Hauptsache die Demokratie, den
Sozialstaat und das kulturelle Gedächtnis der
Menschheit. In diesem Sinne ist sich der Werner
Schneyder über die Jahrzehnte treu geblieben.
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